Finanzierung bestätigt: Das ECMI wird Diversity Management in Belarus, Moldawien und der Ukraine fördern

Kompagnietor FlensburgDas Auswärtige Amt Dänemarks hat die Finanzierung eines Projektes für die Förderung von ‘Diversity Management’ in Belarus, Moldawien und der Ukraine bestätigt. Damit geht ein wichtiges ECMI Projekt an den Start.

Das Eastern Partnership Programme des European Centre for Minority Issues (ECMI) ist schon seit einiger Zeit in Arbeit und wurde schon auf der Webseite und im ECMI Annual Programme 2014 angekündigt. Nun wird es Wirklichkeit. Die Bestrebungen des ECMI, ‘Diversity Mangement’ in Belarus, Moldawien und der Ukraine zu fördern, werden umgesetzt.

Mit der Bestätigung des Auswärtigen Amts Dänemarks über die finanzielle Unterstützung startet das Projekt ohne weitere Verzögerungen mit einem Budget von € 600,000 – gestaffelt über drei Jahre.

Das Projekt wird vom Hauptsitz des ECMI in Flensburg aus geleitet, mit weitreichender Unterstützung aus der Zweigstelle in Georgien, auf deren bereits gesammelter Expertise das Projekt aubaut.

Verbesserung des Klimas zwischen Minderheit und Mehrheitsbevölkerung

Das übergeordnete Ziel des Eastern Partnership Programme des ECMI ist es, die Beziehungen zwischen Minderheiten und Mehrheitsbevölkerung in Belarus, Moldawien und der Ukraine zu verbessern. Dies soll durch eine Verbesserung des Minderheitenschutzes, sowie die Institutionalisierung der politischen Beteiligung der Minderheiten erreicht werden.

Auf die Ziele des Programms wird in Trainings hingearbeitet, an denen Repräsentanten der öffentlichen Verwaltung sowie der Minderheitenorganisationen der drei Länder teilnehmen werden.

Konzentration auf das Praktische

„Sehr wahrscheinlich wissen die Ukraine, Belarus und Moldawien alles wichtige  über Abkommen und gute Absichten, aber hier in Flensburg wissen wir, wie man praktisch daran geht wenn man wirklich etwas für Minderheitenschutz und Partizipation tun will. Wir werden unser Wissen natürlich teilen“ erklärt ECMI Direktor Dr. Tove H. Malloy.

Die Grundlage für das Eastern Partnership Programme ist, dass Akteure aus Belarus, der Ukraine und Moldawien ihr Interesse bezeugt haben, Wissen und Erfahrung rund um den Schutz von Minderheiten und ‘Diversity Management’ zu sammeln. Laut den betreffenden Akteuren ist das größte Problem fehlendes Wissen darüber, wie die vorhandenen guten Absichten und Pläne umgesetzt werden können.

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Es ist bei weitem nicht das erste mal, dass das ECMI ein Projekt von dieser Größe und Bedeutung leitet. Sowohl in Kosovo als auch Georgien hat das ECMI Projekte angeleitet, die Dialoge zwischen Minderheiten und Behörden ermöglicht und zu einer Einbettung dieser Dialoge in Institutionen und Gesetzgebung geführt haben.

Flensburg, Tbilisi, Kiev, Chisinau, Minsk…

„Kriege und Krisen kommen und gehen, aber die Notwendigkeit für gute Beziehugen zwischen Minderheiten und Mehrheitsbevölkerung ist dauerhaft“ sagt Malloy:
„Außerdem ist die Vision des ECMI so relevant wie eh und je: Wir versuchen in unserer Forschung die positiven Aspekte von Vielfältigkeit herauszustellen, anstatt Minderheiten immer im Zusammenhang mit Konflikten zu betrachten. Deshalb möchte ich noch betonen, dass dieses Projekt lange vor der aktuellen Krise in der Ukraine geplant wurde.“

Das aktuelle Projekt ist am ehesten vergleichbar mit den Aktivitäten des ECMI in Georgien.

Georgien wurde 1999 Mitglied des Europarates (CoE) und ratifizierte das Rahmenübereinkommen zum Schutz Nationaler Minderheiten (FCNM) 2005. Um die Implementierung des FCNM in Georgien zu vereinfachen, unterstützte das ECMI sowohl die Regierung als auch die Minderheiten mit Rat und Tat. Damals wie heute ist die größte Herausforderung die praktische Umsetzung.

Seither hat das ECMI Büro in Georgien geholfen Kapazitäten sowohl in den Organisationen der Minderheiten, als auch im öffentlichen Dienst aufzubauen und konnte eine Institutionalisierung der Beziehung zwischen den Beteiligten erreichen. Auf Regierungsseite hat das ECMI geholfen Strukturen und Institutionen zu entwickeln, die sich mit dem Thema beschäftigen und an die sich die Minderheiten wenden können. Auf Seite der Minderheiten konnte das ECMI seine Erfahrung in der Verfechtung von Minderheiten- und anderen Rechten, sowie in der Organisierung von Minderheiten einbringen.

Direktor Malloy erklärt: „Stabile Institutionen und regelmäßige Treffen auf denen sich die Parteien gegenseitig zuhören und ihre Argumente und Interessen vorbringen können, ebnen den Weg für gute Lösungen und man das Überkochen der Stimmung oft vermeiden“.

Der Anspruch des Eastern Partnership Programme ist es, den Erfolg aus Georgien zu wiederholen, jedoch ist sich das ECMI Team den deutlichen Unterschieden zwischen Georgien und den drei am aktuellen Projekt beteiligten Ländern durchaus bewusst. Zusätzlich sind auch die drei teilnehmenden Länder unterschiedlich von einander: Während Belarus kein Mitglied des CoE ist, wo das FCNM angesiedelt ist, herrscht in der Ukraine ein Bürgerkrieg und Moldawien hat sich seinen ganz eigenen außerordentlichen Herausforderungen zu stellen.

Fakten: Minderheiten in den Teilnehmer-Ländern

In der Ukraine leben mehr also 100 Nationalitäten, von denen Russen die größte Gruppe darstellen, die aber auch Weißrussen, Krim-Tartaren, Moldawier, Bulgaren, Ungaren, Rumänen, Polen, Juden und viele andere einschließen. In Belarus leben neben Weißrussen auch polnische und litauische Minderheiten und in Moldawien leben außer Moldawiern auch Ukrainer, Russen, Gagausen, Rumänen und Bulgaren.

Für weitere Informationen

Englisch-, deutsch-, russisch- und dänischsprachiges Personal ist während unserer Bürozeiten unter 0049 (0) 461 1 41 49-0 erreichbar.

Das akademische Projektteam besteht aus Dr. Aleksander Osipov (Russland), Direktor Dr. Tove H. Malloy (Dänemark) und Hanna Vasilevich (Belarus). Frau Vasilevich ist die Kontaktperson für das Projekt.

ECMI Veröffentlichungen zum Thema Belarus

ECMI Veröffentlichungen zum Thema Moldawien

ECMI Veröffentlichungen zum Thema Ukraine

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