19 junge Forschertalente sind auf dem Weg nach Flensburg. Sie nehmen vom 6.-13. September an der jährlichen ECMI-Summerschool mit dem Thema Nationale Minderheiten und Grenzregionen teil.
Unter den Teilnehmern der Summerschool befinden sich junge Forscher von drei verschiedenen Kontinenten. Die Summerschool wird in Kooperation mit der Universität Flensburg organisiert. Bereits das zweite Mal findet die Summerschool National Minorities and Borderregions in Flensburg statt.
Der Kurs passt genau zu der Zielsetzung des ECMI, qualitativ hochwertige Forschung, politikrelevante Analysen und Kooperation im Minderheitsbereich voranzubringen. Grundvoraussetzung zur Umsetzung jenes Ziels sind Wissen und Schulung im Bereich des Europäischen Menschenrechtsregimes. Dazu gehören der Schutz von Minderheiten und die Förderung von Minderheitenkultur.
Flensburg spielt somit nach wie vor eine wesentliche Rolle, denn die nächste Generation von Forschern und Botschaftern wird hier in den Europäischen Regelungen des Minderheitenschutzes ausgebildet.
Der diesjährige Kurs
Die diesjährige National Minorities and Border Regions Summer School bietet ein inhaltsreiches Programm auf hohem Niveau. Das European Centre for Minority Issues wirbt unter erfahreneren Studenten in der ganzen Welt für seine Programme.
Die ECMI-Summerschool dient dazu die begrifflichen und normativen Ausgangspunkte abzustecken, die unter anderem für Studien im Bereich nationaler Minderheiten in Grenzbereichen gelten. Desweiteren sollen auch praktische Beispiele aus verschiedenen Teilen Europas vorgestellt und studiert werden.
Das Programm beinhaltet Vorträge von internationalen Experten, Lokalpolitikern und Repräsentanten der Minderheitsorganisationen im Grenzbereich, als auch von ECMI’s eigenen Forschern.
Der Kurs profitiert dabei von der gewonnenen Expertise in Forschung und Beratung des ECMI, der Erfahrung im Bereich der Konfliktlösung, Kompetenzentwicklung in Kosovo und Kaukasus, den Fähigkeiten der Redner und der effektiven Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland im Minderheitsbereich.
Minderheitsgeschichte weiterhin aktuell
Territoriale Veränderungen haben die Souveränitätsverhältnisse in den letzten Jahrhunderten verändert. Die Europäische Geschichte sorgte somit für viele nationale Minderheiten in den heutigen Grenzräumen. Aber auch darüber hinaus, haben Veränderungen Identitäten und Loyalitäten geprägt, die in Grenzregionen nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.
Viele Minderheitsgruppen in Europas Grenzregionen identifizieren sich nach wie vor mit der Mehrheitsbevölkerung in Nachbarstaaten. In den letzten Jahren haben viele jener Staaten (sogenannte Kin-States) über die Staatsgrenzen hinweg die Beziehungen zu den entsprechenden Minderheiten (Kin-minorities) gestärkt.
Obwohl jene Beziehungen weiterhin ein Konfliktquelle in Teilen Europas sein können, werden sie in wachsendem Maße geschätzt. Sie tragen zum Erhalt kultureller Vielfalt in Europa bei, verbessern die Lebensumstände von Minderheiten in Grenzregionen, beeinflussen zwischenstaatliche Verhältnisse positiv und fördern desweiteren grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Nationale Minderheiten in Grenzregionen sind eine Ressource für eine tiefgehende Europäische Integration. Dies kann im Angesicht der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Europäischen Union besonders interessant sein.

